Zu Hause rausgeflogen oder kurz davor?

Wenn das Zusammenleben zu Hause bei den Eltern oder einem Elternteil garnicht mehr funktioniert, ist oft Eile geboten! Je nach deinem Wohnort (Meldeadresse in München oder außerhalb) und/oder deinem Alter (unter 18 Jahre, zwischen 18 und 20 Jahren oder bereits 21 Jahre und älter) gibt es verschiedene Möglichkeiten bzw. Dinge, die zu beachten sind. Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob und wie du ggf. von zu Hause raus willst, kannst und solltest du dich vor diesem Schritt erstmal beraten lassen (Beratungsstellen für Jugendliche findest du weiter unten).

Wenn es schnell gehen muss!

Wenn du unter 18 Jahre bist und in München („Stadtgebiet“ – nicht Landkreis München!) gemeldet bist und nicht mehr zu Hause wohnen kannst, wende dich an das Stadtjugendamt München (Mo. bis Fr. tagsüber erreichbar im zuständigen Sozialbürgerhaus/SBH: www.muenchen.de/sbh).  Nachts oder am Wochenende und wenn du nicht weißt, wo du hin sollst, kontaktiere die Polizei!

Für junge Leute zwischen 18 und 20 Jahren gibt es im  Stadtjugendamt München eine spezielle Stelle, an die du dich im Krisenfall und schwierigen Lebenssituationen wenden kannst (Hinweis: „Jugendhilfe“ sollen in München zukünftig sogar bis zum 26. Geburtstag ermöglicht werden). Wohnungslosigkeit sollte aber nicht das einzige Problem sein, denn die Kolleg*innen dieser Fachstelle vermitteln „pädagogische Hilfen“, dies kann im Akutfall ein Platz in einer betreuten Schutzstelle für junge Volljährige oder falls nötig eine längerfristige betreute Wohnform sein („betreute WG“ oder „Einzelbetreutes Wohnen“). Das Stadtjugendamt kann nur helfen, wenn du im STADTGEBIET München gemeldet bist oder dich nachweislich(!) schon seit Monaten im Stadtgebiet aufhältst. Ein Nachweis kann z.B. ein Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung der Leute sein, wo du in München übernachtet hast). Beratung und Hilfe im Notfall können 18-20jährige auch von den Mitarbeiter*innen der „Notschlafstelle“ des Fluchtpunkt e.V. erhalten – die auch pädagogisch betreute Wohngruppen im Angebot hat. Eine „Zufluchtstelle“ für junge Frauen (und „betreute WGs“) gibt es auch von IMMA e.V.

Auswärtige Jugendliche und junge Erwachsene wenden sich in Notsituationen bitte grundsätzlich an ihr zuständiges Jugendamt (wo du offiziell gemeldest bist) bzw. Minderjährige im Notfall einfach an die Polizei!

Wohnungslose oder von Obdachlosigkeit akut bedrohte Erwachsene, die im Stadtgebiet(!!!) gemeldet sind, können sich an das Amt für Wohnen und Migration wegen einer Unterbringung wenden. Außerhalb deren Öffnungszeiten des Amtes kann ggf. die Bahnhofsmission (für Frauen) oder die Beratungsstelle Schiller25 kurzfristig eine (Not!)Unterkunft vermitteln/anbieten.

Wenn du nicht in München gemeldet bist, musst du dich wegen Wohnungslosenhilfe an deine Heimatbehörde wenden oder kannst in München im sogenannten „Kälteschutz/Übernachtungsschutz“ ein Bett für die Nacht (täglich von 17 bis 9 Uhr) in der Bayernkaserne erhalten.

Einweisung/Bettenvergabe für den „Kälteschutz“ (= WINTER von Nov.-April) erfolgt in der Schillerstr. 25 täglich von 13-21 Uhr.

Diese Notunterbringung in der Bayernkaserne wird (2019 erstmalig/einmalig?) auch im Sommer (Mai-Okt.) angeboten. Infos, Beratung und Bettenvergabe erfolgt ebenfalls NUR über die Beratungsstelle Schiller25 (Schillerstr. 25 -> SOMMER-Öffnungszeiten: Mo. bis Fr.: 9 – 12 Uhr + Mo./Di./Do. von 14 – 17 Uhr). An Wochenenden und Feiertagen ist die Schiller25 im Sommer geschlossen! Außerhalb der Öffnungszeiten kann man im Sommer bis 23 Uhr(!) auch direkt bei der Bayernkaserne ein Bett bis zum nächsten Werktag bekommen!

Der Landkreis München hat für von Obdachlosigkeit bedrohte erwachsene Bürger*innen des Landkreises die Wohnungsnotfallhilfe eingerichtet.

Als schnelle (Zwischen!)Lösung bitte immer Verwandte oder/und Freund*innen in Betracht ziehen! Erstens, damit du ein Dach über dem Kopf hast und zweitens können dich diese vertrauten Personen ggf. bei allen weiteren Schritten unterstützen/begleiten!

Beratung (wenn es zu Hause „brennt“)

Prinzipiell kannst du dich mit allen Fragen Montags von 12-19 Uhr und Dienstag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr an das Jugendinformationszentrum München (JIZ, Sendlinger Straße 7, im Innenhof – 089-550 521 50) wenden. Außerdem gibt es im JIZ jeden Dienstag ab 16 Uhr eine kostenlose Rechtsberatung für junge Leute bis 26 Jahren – keine telefonische Beratung und keine Anmeldung möglich -> frühzeitiges Erscheinen empfohlen! Jeden Montag zwischen 14 und 18 Uhr gibt es im JIZ die Wohnberatung – ebenfalls ohne Anmeldung!

Junge Frauen können sich vertrauensvoll auch an die Beratungsstelle von IMMA wenden.

Auch die ConAction-Streetworker*innen helfen junge Leuten die von zu Hause rausgeflogen sind weiter – und begleiten dich auf Wunsch mit zu Behörden!

Telefonische und Online-Beratung (Chat und Einzelberatung) von jungen Leuten bekommst du beim INFOFON (täglich 18-22 Uhr unter 089-1215000 oder www.info4mux.de).

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Eigene Bude? Wohnheim? WG? Wie, woher und wer zahlt?

Grundsätzlich gilt: Bis zum Ende der (ersten) Ausbildung sind die Eltern unterhaltspflichtig. Diese „Pflicht“ erfüllen sie in der Regel dadurch, dass du „zu Hause“ wohnen kannst, verpflegt wirst und ggf. ein Taschengeld bekommst. Bei Unterhaltsfragen junger Erwachsener (18-20 Jahre) hilft in München die sog. „Volljährigenberatung“ des Stadtjugendamtes weiter (www.muenchen.de). Wenn du in München gemeldet und arbeitslos/arbeitssuchend bist, wende dich an den Job-Center im für dich zuständigen Sozialbürgerhaus (SBH).

Infos zur Wohnungs- und WG-Suche, zu Wohnheimen und Finanzierungsmöglichkeiten haben wir für Schüler*innen + Azubis sowie für Studierende separat gesammelt.

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Sozialwohnung?

Aufgrund der großen Wohnungsnot ist die Warteliste für eine sozial geförderte Wohnung in München sehr sehr lang (jährlich 30.000 oder mehr Anträge)! Voraussetzungen sind ein geringes Einkommen/Vermögen und das du bereits(!) in München (Stadtgebiet – nicht Landkreis!) lebst und hier gemeldet warst/bist (umso länger umso besser…). Sehr wichtig für einen oberen Platz auf der sehr langen Warteliste  ist die DRINGLICHKEIT (z.B. akute Wohnungslosigkeit, extrem beengte Wohnverhältnisse, Krankheit, Behinderung usw.). Bitte FRÜHZEITIG den Antrag beim Amt für Wohnen stellen, denn die Registrierung kann mehrere Monate dauern…Der Antrag muss jedes Jahr verlängert bzw. neu beantragt werden und kostet eine geringe Bearbeitungsgebühr!

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(Miet-)Rechtliche Infos gibt es regelmäßig im JIZ bei der Mietrecht-Beratung für junge Leute bis 26 Jahre (in Kooperation mit dem Mieterverein München e.V.).