Zu Hause rausgeflogen oder kurz davor?

Wenn das Zusammenleben zu Hause bei den Eltern oder einem Elternteil garnicht mehr funktioniert, ist oft Eile geboten! Je nach deinem Wohnort (Meldeadresse in München oder außerhalb) und/oder deinem Alter (unter 18 Jahre, zwischen 18 und 20 Jahren oder bereits 21 Jahre und älter) gibt es verschiedene Möglichkeiten bzw. Dinge, die zu beachten sind. Wenn du Dir noch nicht sicher bist, ob und wie du ggf. von zu Hause raus willst, kannst und solltest du dich vor diesem Schritt erstmal beraten lassen (Beratungsstellen für Jugendliche findest du weiter unten).

Wenn es schnell gehen muss!

Wenn du unter 18 Jahre bist und in München (im Stadtgebiet – nicht Landkreis München) gemeldet bist und nicht mehr zu Hause wohnen kannst, wende dich an das Stadtjugendamt München (Mo. bis Fr. tagsüber erreichbar im Sozialbürgerhaus SBH – Zuständigkeit + Öffnungszeiten: www.muenchen.de/sbh).  Nachts oder am Wochenende und wenn du nicht weißt, wo du hin sollst, kontaktiere die Polizei!

Im Stadtjugendamt München gibt es für junge Leute zwischen 18 und 20 Jahren (die schon mindestens seit sechs Monaten im Stadtgebiet München leben!) eine spezielle Stelle, an die du dich im Krisenfall und schwierigen Lebenssituationen wenden kannst. Die Kolleg/innen dieser Fachstelle vermitteln Dir ggf. einen Platz in einer Schutzstelle für junge Volljährige oder falls nötig/möglich in eine längerfristige pädagogisch betreute Wohnform („betreute WG“ oder „Einzelbetreutes Wohnen“). Auswärtige Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre wenden sich entsprechend an ihr zuständiges Jugendamt (wo du offiziell gemeldest bist) bzw. einfach an die Polizei!

Wohnungslose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Münchner/innen ab dem 21. Geburtstag wenden sich an das Münchner Amt für Wohnen und Migration. Wenn du nicht in München gemeldet bist musst du dich an deine Heimatbehörde wenden! Außerhalb deren Öffnungszeiten (Abends und an Wochenenden) kann die Bahnhofsmission ggf. kurzfristig eine (Not!)Unterkunft vermitteln. In den Wintermonaten (Nov-März) wird der sog. „Kälteschutz“ (eine tageweise Notunterbringung in der Bayernkaserne) von den Kolleg*innen der Beratungsstelle Schiller25 organisiert (im „Kälteschutz“ können auch Personen unterkommen, die formal keinen Anspruch auf Wohnungslosenhilfe haben, also noch nicht lange in München leben). Der Landkreis München hat für von Obdachlosigkeit bedrohte erwachsene Bürger*innen des Landkreises die Fachstelle FOL eingerichtet.

Für die schnelle (Zwischen!)Lösung kommen natürlich auch z.B. Omas, Opas, Tanten, Onkels oder gute Freund*innen in Betracht! Erstens, damit du nicht erfrierst und gut versorgt bist und zweitens können dich diese vertrauten Personen bei allen weiteren Schritten unterstützen!

Beratung (wenns zu Hause „brennt“)

Prinzipiell kannst du dich mit allen Fragen Montags von 12-18 Uhr und Dienstag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr an das Jugendinformationszentrum München (JIZ, Sendlinger Straße 7, Innenhof – 089-550 521 50) wenden. Außerdem gibt es im JIZ jeden Dienstag ab 16 Uhr eine kostenlose Rechtsberatung für junge Leute bis 26 Jahren – keine telefonische Beratung und keine Anmeldung möglich -> frühzeitiges Erscheinen empfohlen!

Junge Frauen können sich vertrauensvoll auch an die Beratungsstelle von IMMA wenden.

Auch ConAction, die Streetworker*innen von Condrobs, helfen junge Leuten, die von zu Hause rausgeflogen sind weiter – und gehen im akuten Fall auch mit zu Behörden!

Telefonische und Online-Beratung (Chat, Forum, Einzelberatung) von jungen Leuten bekommst du beim INFOFON (täglich 18-22 Uhr unter 089-1215000 oder www.info4mux.de).

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Eigene Bude? Wohnheim? WG? Wie, woher und wer zahlt?

Grundsätzlich gilt: Bis zum Ende der (ersten) Ausbildung sind die Eltern unterhaltspflichtig. Diese „Pflicht“ erfüllen sie in der Regel dadurch, dass du „zu Hause“ wohnen kannst, verpflegt wirst und ggf. ein Taschengeld bekommst. Bei Unterhaltsfragen junger Erwachsener (18-20 Jahre) hilft in München die sog. „Volljährigenberatung“ des Stadtjugendamtes weiter (www.muenchen.de). Wenn du in München gemeldet und arbeitslos/arbeitssuchend bist, wende dich an den Job-Center im für dich zuständigen Sozialbürgerhaus (SBH).

Infos zur Wohnungs- und WG-Suche, zu Wohnheimen und Finanzierungsmöglichkeiten haben wir für Schüler*innen + Azubis sowie für Studierende separat gesammelt.

Sozialwohnung?

Aufgrund der großen Wohnungsnot ist die Warteliste für eine sozial geförderte Wohnung in München sehr sehr lang! Aber wegen zahlreicher neuer geförderter Bauprojekte (vor allem im Bereich der 1-Zimmer-Wohnungen!), wird gemunkelt, das die Chancen auf ein günstiges Appartement gerade für junge alleinlebende Leute ab 2017 deutlich steigen werden! Vorraussetzung ist, sich FRÜHZEITIG beim Amt für Wohnen zu registrieren, denn die Registrieurng kann derzeit mehrere Monate dauern… Zu Ansprüchen auf eine „Sozialwohnung“ und/oder „Wohngeld“ gibt es regelmäßig im JIZ eine Mietrecht-Beratung für junge Leute bis 26 Jahre (in Kooperation mit dem Mieterverein München e.V.).